Lieber Leser,
in diesem Post möchte ich über meinen Besuch der Cebit berichten und meine Gedanken im April veröffentlichen.
Nachdem ich mich am Vorabend noch mit den Reporting Services 2012 und dem Distributed Cache herumgeärgert hatte, konnte ich mich leider nicht wirklich auf den Cebit Besuch vorbereiten. Eigentlich wollte ich mit der Bahn fahren – 69€ für 200km. Das passiert eben ,wenn man keinen echten Wettbewerb auf der Plattform hat: Schlechter Service, teure Preise. Erstaunlicherweise war am Donnerstag am Eingangsbereich um 10 Uhr noch nicht einmal der Kassier-Posten belegt, da sich die meisten bereits vorher Tickets besorgt hatten und so gut wie keine da war. In der Messe war dann aber deutlich mehr los – jedoch ziemlich unterschiedlich verteilt. Spannend empfand ich zunächst das Tagging der Aussteller. IBM hatte die Stände mit mit den Schlagworten “Big Data, Collaboration” etc. getaggt. Bei den Microsoft wurde über Produktnamen “klassifiziert”, bei Datev nach Prozess. Stellt man sich jetzt vor, dass die Firmen Abteilungen sind, dann kommt einem diesen Problem sehr bekannt vor. Dass ist das Problem, welches heute in vielen SharePoint Installationen besteht. Uneinheitliche Struktur, jeder klassifiziert nach seinem Guto und am Ende hat man das “Chaos”. Mit SP2013 wird das nicht besser – aber dazu später mehr.
Insgesamt war auf der Cebit alles sehr förmlich. Bloß nicht auffallen war wohl das Motto einiger Aussteller. Auffallend war für mich der Stand eines CMS Systems, bei welchem die Mitarbeiter als Gärtner verkleidet waren – wie auf einer Motto Party. Das Land Bayer lies eine Blaskapelle spielen und der IBM harlem shake war auch nicht schlecht.
Ich wollte mir nicht nur einen allgemeinen Eindruck verschaffen, sondern mich auch noch über folgende Themen informieren:
1. SharePoint.SAPIntegration
Schauen, ob es einen Aussteller gibt, welcher nachweislich ein SAP Integrationsprojekt hatte, bei dem ein SAP-User an einen SharePoint-Benutzer gemappt wurde. Die reine Datenvisualisierung aus der SAP Datenbank würde ich nicht “SAP Integration” nennen. Da aber von den mir bekannten Firmen keine Aussteller da war, wurde daraus nichts. Ich hätte mich im Vorfeld vorbereiten müssen. Und da ich mit Mobile Devices nicht umgehen kann, konnte ich Vorort nicht auch noch mit meinem Handy suchen. Da bin ich wohl selber schuld. Gute SAP-Integration kann man z. B. bei IBM Connections sehen. Bei Minute 1,28 eine Angebot, Bestellung im Activity Stream:
So hätte ich das gerne auch in SharePoint und zwar ohne Entwicklung. Ich kenne die technischen Zusammensetzung nicht, aber sollte es tatsächlich ein “einfacher” OAuth Trust wie hier und hier beschrieben, dann würde das die Möglichkeiten von echter Cloud “Technologie” beeindruckend demonstrieren. Dazu später noch mehr.
2. SharePoint.RevisionssichereArchivierung
Immer wieder kommt dieses Thema auf den Tisch. Zwar haben heute die größeren Unternehmen bereits ein professionales System, Kunden mit 100 +- Mitarbeitern haben solche Systeme oft nicht. Es gibt nicht viele Hersteller, die hier ein “richtiges” Produkt für SharePoint im Angebot haben. Mir sind nur 2 davon bekannt. Am ersten Stand mussten drei Personen geholt werden, um dann erst nichts vorzeigbares zu zeigen: “man hat das Produkt erst seit kurzem”. Kein guter Einstieg.
Dann bin ich noch zum ecspand Stand gegangen. Dort habe ich super kompetente Beratung von einem ecspand-Partner erhalten. Dieser konnte mir sämtliche Fragen fachlich tiefgreifend beantworten. Super!
Einfach Installieren und Rechnungen ablegen – so einfach ist es leider nicht. Jeder Prozess muss von einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft abgenommen werden. Microsoft greift hier gerne auf die Hilfe von KPMG zurück. Diese Zertifizieren unter anderem die Microsoft Rechenzentren (.. habe ich gehört). Leider sind diese Abnahme Protokolle nicht öffentlich, man weiß also nicht ob KPMG überhaupt etwas gemacht hat oder die angeschlagene Firma einfach den Namen hergibt. Diese Wirtschafsprüfer werden meine Installation nicht prüfen. Über Sinn & Unsinn muss ich mir hier noch genaue Gedanken machen. Ich habe bereits alle Dokumente in SharePoint – warum dann auch nicht Archivieren?! Interessanterweise habe ich jetzt von einer andern Quelle gehört, dass es dem Gesetzgeber ziemlich egal ist, welchen WORM-Storage und welches System man einsetzt. Der Wirtschaftsprüfer kann zwar ein Zertifikat ausstellen, welches aber nicht wirklich notwendig ist. Ich muss mich mit dem Thema noch deutlich intensiver befassen. Spannend ist es auf jeden Fall. Fakt ist, dass es nicht billig wird – besonders für uns Schwaben nicht ganz unwichtig.
3. SharePoint.Alternativen
Ich finde es immer wieder sehr spannend, dass wirklich kleine Unternehmen in der Lage sind in gewissen Disziplinen deutlich besser als SharePoint zu sein. Da gibt es Firmen, welche nicht einmal 500 Mitarbeiter haben – z.B. Atlassian oder Alfresco, die aber funktional überzeugen können. Ich habe derzeit Testinstallation für Alfresco Share (Community Edition), Atlassian Confluence und spiele mit den Cloud Services von IBM Connections und Oracle Application Express. Auch IBM ist in einigen Bereichen sehr stark unterwegs. Bei den genannten fehlt dann eben doch oft ein sehr wichtiger Aspekt – z.B so etwas einfaches wie Datenlisten – von Lookup ganz zu schweigen. Dennoch denke ich, dass die Zukunft nur über mehrere Systeme gehen kann. Mir gefallen an der IBM ein paar Dinge sehr gut: Werbestrategie(Machen wir den Planeten ein bisschen smarter). Nicht wie bei Microsoft, wo man am Ende noch glaubt, dass man mit dem Surface zum Hip Hopper oder Maler wird. IBM ist klar dem Business Bereich commited, Microsoft versucht Privat und Business zu vereinen. Ich möchte das nicht und bin auch kein Fan des Home Office. Da ich glaube, dass es am Ende – ohne fixe Arbeitszeiten- die belastender Arbeit ist und jeder ständig Angst hat, man verpasst etwas, wenn man nicht online ist. Dennoch hat diese Strategie mit Sicherheit auch dazu beigetragen, dass Produkte entstanden sind, die besonders gut für Collaboration geeignet sind. Bei MS spürt man nach weinigen Stunden bereits, dass man – das ein oder andere – besser umsetzen hätte können. Deshalb habe ich auch Interesse SharePoint mit IBM Produkten zu vereinen. Von echter Integration – wie in diesem Video ansatzweise zu sehen – ist man aber noch weit entfernt. Der Counter am Video zeigt, dass das Interesse nicht besonders hoch ist:
Von echter Integration kann man leider nicht sprechen. Es müsste einen Trust zwischen beiden Systemen geben. Dieser wird wohl nie kommen, da Microsoft nicht mitmacht. Beim Blick auf IBM muss man auch auf die Geschichte schauen. Es gab sicher viele Gründe für den “Untergang” der IBM. Für mich in Lotus Notes Integrationsprojekten war aber einer ganz offensichtlich: keine Windows User. Erst mit großem Aufwand wurde auf IBM Seite ein Mapping zwischen dem Windows-User und dem IBM User erzeugt. Dass war einfach nur arrogant, abgehoben – denn natürlich möchte man mit einem Windows User auf Webservices etc. zugreifen können. Man hat sich der Integration aber verweigert – so wie Microsoft heute. Beide Firmen sind keine Engel und sehr amerikanisch – man liefert auch mal Software aus, die noch Bugs hat.
SharePoint.CloudFirst
Microsoft setzt derzeit ausschließlich Cloud Promotion. Sätze wie “Übergangsphase, “Die Kunden sind noch nicht soweit”, “Cloud first”, “Zukünftig werden Updates erst in der Cloud veröffentlich” sind heute in vielen Blog-Artikeln zu lesen.
Neulich habe ich sogar in einem Podcast gehört: “Die Verrückten ..”. Sicher nicht ganz ernst gemeint, zeigt es aber dennoch, dass gemäß dem Wunsch der Microsoft nur noch “Microsoft Cloud “ genutzt werden sollte.
Von MS Seite wurde bereits im Vorfeld bewusst mit Preiserhöhungen für die On-Premise Lizenzen kokettiert. Ein paar Wochen später erklärt der gleiche unabhängige Autor dann im Channelpartner, wie man O365 verkauft. Dieses Promo-Gequatsche kann ich so langsam nicht mehr hören!
Der fehlende ACS (heute Azure Active Directory) in der OnPrem Edition wird noch für richtig Ärger sorgen. Eigentlich müsste es eine Aufschrei geben, gibt es aber nicht. In dem Moment wo Microsoft nicht mehr alle Apps den ACS nutzen lässt, werden die Promo Leute, MVPs etc. eben wieder folgenden Satz sagen:
”Die Anderen(Twitter, Facebook, Google) haben es ja auch so gemacht”
Auch neulich in einem Podcast gehört: “Microsoft speichert die Daten nicht bzw. wertet diese nicht aus”. Diese Leute sollen sich doch bitte mal die Authentifizierungsmechanismen in der Microsoft Cloud erklären lassen. Warum bloggt keiner von dieser F5-Cloud-Deployment-Jungs über die Funktionswese der Authentifizierung? Natürlich müssen folgende Daten gespeichert werden – technisch geht es beim aktuellen Konstrukt nicht:
Anwendung (z.B.IBM Connection)
Benutzer (T.Wolter)
Standort (Böblingen) (Über die IP Adresse)
Dauer (2h (mit)
So kann Microsoft den Wettbewerber hervorragend überwachten. Bei der EU beschwert man sich darüber, dass Google die Daten zwischen den Google-Sevices austauscht. Für mich ist das okay. Microsoft spioniert Wettbewerber aus – und das ist kein Problem??
SharePoint.CommunityTemplate
Ich habe letzte Woche bei einem Kunden eine SharePoint 2013 Community eingerichtet. Nach ein paar Tests ist mir aufgefallen, dass es hier noch einen gewaltigen Bug gibt. Zunächst dacht ich, dass der Fehler an meiner Konfiguration liegt. Es ist aber definitiv so, dass gegenwärtig ein Community Beitrag über einen Social Tag nicht wieder auffindbar ist:
http://www.chrisweldon.net/blog/2012/12/20/sharepoint-2013-community-tagging-architecture-and-bug/
In zahlreichen Webcasts und vielen Blogs dieses Feature angepriesen. Kein Blog, keine Webcast, nichts weißt auf diesen gewaltigen Bug hin. Jene, die die dieses Feature promoten, haben es nach zwei Minuten für Enterprise-ready erklärt – ohne das geringste Praxis Feedback.
SharePoint.Tagging
Oh jee! Bitte mal 2 Wochen SharePoint 2013 im Einsatz mit Wiki, Community, Blogs, Newsfeed. Kann man hier ein Konzept erkennen? Gute Artikel zum Thema sind diese:
http://www.chrisweldon.net/blog/2012/12/18/sharepoint-2013-tagging-social-tags/
http://www.jasperoosterveld.com/2013/03/sharepoint-2013-keywords-tags-and-hash.html
Von den Microsoft Promotern wird auch Tagging immer als ein ausgereiftes, perfektes System verkauft. Die genannten Beiträge sind gut. Mir selbst sind min. 10 Dinge aufgefallen, die mit wirklich minimalen funktionalen Tests einer Microsoft auffallen müssen. Wenn ich eine Frage stelle und mir ein Kollege antwortet, dann möchte man dies natürlich im Newsfeed haben. Erhalten tut man dies aber nur, wenn man der Seite folgt. Die Frage ist jetzt: wie schult man seine Endanwender? Noch Schlimmer: Man kann davon ausgehen, dass dieser Sachverhalt irgendwann in der Zukunft gelöst wird. Jetzt gibt es aber angeblich keine Versionen mehr – es wird nur noch von SharePoint gesprochen. Was soll man nun auf seine Schulungsunterlagen schreiben? “SharePoint Baujahr 2013” (so wie bei Autos)? Natürlich müssen die Komponenten auf zukünftig versioniert werden.
Wie erkläre ich jetzt meinem Endanwender den Unterschied zwischen einem Social Tag, einem Hash-Tag und (Enterprise) Keywords bzw. Terms in einem Termset(Taxonomy)? Solche Fragen sollten eigentlich von den Social Promotern beantwortet werden. Warum gibt es hier nicht mehr als ein: “man kann jetzt taggen und in der Cloud mit Yammer wird sowieso alles besser” ? Mir persönlich platzt da echt der Kragen. Zumal diejenigen die Bloggen, Webcasts betreiben offensichtlich von Microsoft finanziert werden. Nicht, dass ich etwas gegen Werbung habe, aber man sollte doch ein Microsoft Logo positionieren oder wenigstes ein “Supported by MS” irgendwo lesen können. Also der Abschuss – im negativen Sinn – war eine Videoserie bei der im Subtext stand: “Unabhängige Analysten über..”. Ich finde dieses Verhalten des Microsoft Marketing extrem unsympathisch. IBM und SAP haben solche Mittel nicht notwendig. Zumal es bei diesem Marktanteil absolut nicht notwendig ist. (Neulich hatte mir ein Kunde sogar erzählt, dass ihr Cognos-Berater zu Microsoft geraten hat.)
Hinzu kommt noch, dass einer dieser Promoter im Microsoft Partner Interview folgenden Satz liefert: “Outlook als die Kommunikationsplattform, die alle unterschiedlichen Kanäle zusammenführt”
Dass ist das beste, was einem Microsoft Wettbewerber passieren kann. Microsoft Promo nutzen, um die eigenen Stärken im direkten Vergleich herauszukristallisieren. IBM ist, zumindest gedanklich, mindestens zwei Schritte weiter. Ich versteht den Focus der Microsoft auf die beiden Achillesfersen der Microsoft nicht: Cloud und Social. So etwas wie das .Net haben andere eben nicht, keine PowerShell, die Liste könnte man lange weiterführen. Es gibt auch bei den Wettbewerbern nichts vergleichbares zu SharePoint Listen. Könnte man vielleicht auch mal erwähnen?! SharePoint Listen und der darüberlegende Security Layer sind die Stärken von SharePoint. In Spezialdisziplinen(Blog, Wiki, Community..) wird man immer verlieren. Dass ist auch nicht schlimm, sofern man anderen Firmen die Integration erlaubt und sich als Plattform positioniert. Dazu hätte ich folgende Wünsche:
1. kontinuierliche Verbesserung der Datenzugriffsschicht(SPListen mit besserer Performance, flexibler, Abfragen etc. etc.)
2. Entwicklern, unabhängig der genutzten Technologie, sollten auf SharePoint Inhalte zugreifen können.
Microsoft erwartet schon fast Dankbarkeit, weil man Silverlight eingestellt hat und sich zu Standards wie HTML5, REST commitetd.
Dass bei Azure der I/O schlecht ist, hat nicht nur damit zu tun, dass man viel RAM verkaufen möchte, sondern auch damit, dass man keine konkurrierende Datenbank auf der eigenen Microsoft-Plattform haben möchte. Dazu noch ein Red Hat Image, damit man den Ruf des offenen Anbieters suggeriert. Am Ende bringt einem alles nichts, wenn man die Authentifizierung nicht mehr unter Kontrolle hat. Nur darüber spricht ja keiner.
SharePoint.Yammer
Vielleicht ist man bei Microsoft zu sehr auf Yammer fokussiert. Ich kenne inzwischen zwei Firmen, die es wieder abgeschafft haben, aber keine die es einsetzt. Yammer ist in seiner jetzigen Form absolut ersetzbar. Etwas zu erzeugen, gemeinsam zu erarbeiten ist eine Herausforderung. Die wesentlich größte ist das erarbeite Wissen der “Nachwelt”, andern Personen, die sich nicht kennen, die aber Schnittpunkte haben, zugänglich zu machen. Ich habe selbst bei meinem kleinsten Kunden mit 125 Benutzern das Problem, dass Inhalte, die in SharePoint abgelegt werden (egal ob PDF, Word, Wiki etc.) nicht von allen “Notwendigen” gelesen werden. Ein Yammer News-Stream, welcher nicht wirklich kontextbasiert ist, bringt da nichts. Dennoch schaut das Yammer Interface schön aus. Ich glaube aber nicht, dass man wegen der Technologie oder dem Kundenstamm 1,2 Mrd. $ ausgibt. Yammer war vor der Microsoft im höchsten Maße kompatibel zu anderen Produkten. So hatte z.B. Alfresco Share dank OAuth und Open Graph eine hervorragende Integration und konnte sich auf ECM konzentrieren. Dieses Projekt wurde nach der Microsoft Übernahme eingestellt. Von Yammer kann man was die Usablity und die GUI Gestaltung betrifft sicher noch lernen. Aber ich finde sehr gut, dass das den Partnern überlassen wird.
SharePoint.Social
Social habe ich definitiv unterschätzt. Lange waren das für mich die Leute, die selbst nur Liken, Retweeten, aber nie eigenen Content breitestellen – Follower- Slipstream-Typen. Wenn ich heute in einer Projektseite eine Konversation beginne, dann ist das nicht mehr Trash, sondern nutzbarer Content, ein echter Mehrwert. Wenn ich ein Problem in einem Projekt habe, dann tippe ich das kurz in den Feed – die Kollegen wissen bescheid und können ggf. helfen. D.h. Lync, IM ist gut, aber viel besser finde ich persönlich wenn die Gespräche einen zugeordneten Kontext erhalten. Die Person ist mir dabei ziemlich egal – deshalb rede ich beim Kunden auch nie von Social, sondern spreche die Funktionalitäten direkt an.
Ich weiß heute nicht mehr, wer mir erklärt hat, dass Paris die Hauptstadt von Frankreich ist. Schon mal versucht einen best. Satz in der ICQ Message Historie wieder zu finden? Fast unmöglich: zu viel Information, nicht dem Kontext zugeordnet.
Schreibe ich z.B in den Projektseiten-Newsfeed:
”Hey Jungs, Projekt verzögert sich, es gibt Probleme mit #Berechtigungsvergabe”
.. dann sind die richtigen Leute informiert.
Was erwarte ich jetzt beim Klick auf #Berechtigungsvergabe?
Ich erwarte Blogs, Wikis, Dokumente, Community-Beiträge, Konversationen, welche sich damit beschäftigen. Was kommt? Darüber habe ich mich schon ausgelassen. Aber die Idee dahinter ist genial. Dass ist doch genau der Mehrwert: Ich identifiziere Leute, die genau das selbe Problem/Herausforderung bereits hatten oder sich damit beschäftigt haben. Aber genug gemotzt – irgend ein Microsoft Promo Angestellter wird noch das Positive an diesem Chaos finden. Bei den Filtermöglichkeiten und der Auswertung des Newsfeed ist man noch am Anfang. Die Ideen der IBM sind hier sicherlich gut – das wird mal noch ein ganz spannendes Thema.
Fazit
Steinbrücks, Hoeneßes, Sammers, Kloppos gibt es unter den SharePointern nicht. Selten findet mal einen Artikel, welcher best. Funktionalitäten etwas kritischer betrachtet. Die Statistiken über gescheiterte Intranet Projekte kennt doch jeder. Und es sind nicht nur schlechte Berater, die Technik enttäuscht ebenfalls sehr oft.
Wie geht man mit SharePoint Schwächen nun um?
1. Man entwickelt Workarounds – im Fall von Tagging kursieren schon unterschiedlichste Empfehlungen. Ich weiß derzeit noch nicht so richtig, wie man damit umgeht. Microsoft liefert mal wieder nichts.
2. Man ersetzt für best. Bereiche eben die SharePoint Komponente durch eine andere (nicht Microsoft) Lösung. SharePoint verliert dadurch nicht an Reputation!!!
Eine der beiden Möglichkeiten sollte man aber anbieten. Wenn ich dann jeden Abend meinen RSS Reader studiere und 8x “cloud-first” hören muss und in höchsten Tönen von Features gesprochen wird, die in der Praxis mal so rein nichts bringen, dann frustriert mich das sehr.
Dass man in sehr vielen SharePoint Promo Aktivitäten dann dazu aber keine Stellung nimmt und einfach blind bei jedem Misst hinterherjubelt, geht mir gewaltig gegen den Zeiger. Gute Beratung zeichnet sich auch dadurch aus, von bestimmten Anwendungsszenarien, abzuraten.
Gute IT ist heute ein Wettbewerbsvorteil. Nicht jeder kann sich eine durchschnittliche Leistung über alle Disziplinen erlauben. Ich bin von dieser Durchwurstel-Strategie der Microsoft sehr genervt. Man bündelt alle Produkte zusammen, macht einen günstigen Preis und versucht so die Wettberber auszuschalten. Zum Glück kann sich nicht jeder durchschnittliche IT leisten. Soll die Vision der zentralen Plattform Realität werden, muss sich Microsoft öffnen. Es wird immer so getan als handele es sich hier um kleine Schwächen, die kaum spürbar sind. Kritik an gewissen Funktionalitäten ist keine Haarspalterei. Verbesserungen schafft man nur, wenn man Themen auch anspricht. Liken, Folgen und bei jedem Mist hinterherlaufen nervt. Am aller meisten stört mich, dass es dem Großteil der SharePoint Berater scheinbar völlig egal ist. Ich habe bisher nur einen Blog-Post gefunden, der sich negativ zu SharePoint Online(Office365) geäußert hat. Erfreulicher weise von einer sehr erfolgreichen Firma, welche meiner Meinung nach, den besten SharePoint Blog anbietet. Vielleicht sollten auch mal ein paar mehr Leute bloggen, die Praxiserfahrung haben. Dass SharePoint ein absolut geniales Produkt ist, steht doch außer Frage!
Eine gute IT Strategie & Beste Grüße,
Tobias Wolter